Winterathleten trainieren ihre Muskeln auf eine ganz besondere Art und Weise, die sie leistungsfähiger macht und dabei erstaunlich alltagstauglich sind. Wir zeigen euch ihr Geheimnis.
Technik ist nicht alles
Winterathleten arbeiten nicht nur an ihrer Technik und vertrauen auf ihre Ausrüstung – ihre Muskulatur muss enorme Kräfte abfangen, umwandeln und abgeben können. Das ist besonders bei Kälte, Höhe und maximalem Stress kräftezehrend. Der Geheimtipp ist ein Trainingsansatz, der sich deutlich von einem klassischen „Gym-Split“ unterschiedet.
Muskel-Prinzipien, die Winterathleten leistungsfähiger machen
Der Fokus der Winterathleten liegt nicht wie bei Bodybuildern auf Muskelvolumen und ästhetischer Symmetrie – ihr Fokus ist die Kraft, Explosivität und Belastbarkeit unter Extrembedingungen. So entstehen Trainingsprinzipien, die für das Gym-Auge ungewohnt wirken.
Mehr als nur Bauchmuskeln
Mit einem starken Core haben Athleten eine innere Kraftzentrale. Der Core verbindet Unter- und Oberkörper, überträgt Energie und schützt die Wirbelsäule. Der Fokus im Training liegt dabei auf Widerstandsbewegungen:
- Plank
- Loaded Carries
- Rotationsübungen
Kraft ist wichtiger als Muskelmasse
Für Winterathleten ist es wichtig, dass ihre Kraft im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht steht. So setzen sie im Training auf
- schwere Grundübungen
- niedrigere Wiederholungszahlen
- maximale Kraftübertragung.
So können sie das Maximum an Leistung pro Kilo Körpergewicht erzielen. Das Ergebnis: eine schlanke aber nicht zu unterschätzende Figur.
Explosion is key!
Für Athleten ist die Dynamik entscheidend: Startphasen, Richtungswechsel und Absprünge entscheiden über Sieg oder Niederlage. Entsprechend trainieren Athleten für schnellere Kraftentfaltung mit
- Sprüngen (Plyometrik)
- olympischen Hebevarianten
- Übungen mit Medizinbällen
Dabei werden viele Muskelfasern gleichzeitig aktiviert und verbessern die neuromuskuläre Ansteuerung. Schnell stark sein ist also für sie besser als langsam schwer heben.
Unilateral beats bilateral!
Winterathleten bewegen sich selten symmetrisch – egal ob auf den Skiern, auf den Kufen oder dem Eis. Da eine gute Stabilität nicht von bilateralen Übungen kommen, fokussieren sie sich auf unilaterale Bewegungen – also Übungen, bei denen einbeinig trainiert wird und die Stabilität erfordern:
- Step Ups
- Single-Leg Deadlifts
- Split Squats
- einarmige Landmine Pushs
Sie stärken den Core, die Hüfte und bilden Stabilität, da sie Unterschiede ausgleichen.
Ohne Regeneration nichts los
Athleten trainieren hart – und erholen noch härter. Regeneration ist wichtig, um dem Körper die Energie für die Trainings bereitstellen zu können und sowohl mental als auch körperlich in Bestform zu sein. Besonders in intensiven Phasen setzen sie auf:
- bewusst leichte Trainingseinheiten
- Mobility- und Atemarbeit
- Schlafoptimierung
- aktive Erholung (statt Pause)
- Meditation und Ruhe
Muskeln wachsen nicht im Training, sondern danach. Die im Training entstandenen Muskelreize werden in der Regenerationsphase in Muskelwachstum umgewandelt.

Nicht nur was für Winterathleten
Die Geheimnisse wirken gar nicht so geheim? Sie sind es auch nicht. Auch Du kannst mit den „Geheimtricks“ Deine Muskulatur athletisch und funktionaler trainieren, um schnelle rund stärker zu sein. Im Alltag, im Sport und im Alter wirst Du mehr von funktionaler Kraft als von reiner Muskelmasse profitieren.
Winterathleten sind Kraft-, Explosions- und Stabilitätsprofis – und auch Du kannst Dir Deine Scheibe von ihnen abschneiden. Probiere es aus!